Deutsche elite


01.01.2021 05:07
Elitenforscher: Die deutsche Elite wird immer homogener
de facto keine Chance mehr. Wenn Sie aus der unteren Hlfte der Bevlkerung kommen, werden Sie im deutschen Bildungssystem nur ausnahmsweise die Chance bekommen, ein Studium abzuschlieen. Und zum anderen, dass die soziale Herkunft der Elite erheblich vom Durchschnitt der Bevlkerung abweicht. Das haben die beiden WZB-Forscher Marc Helbling und Cline Teney in einer Analyse festgestellt. Diese Aussage zeigt, wie tief verwurzelt der Glaube an die eigene Leistung als Grundlage des verfgbaren familiren Reichtums ist. Man arbeite ja selbst hart und der ererbte familire Reichtum beruhe auch auf harter Arbeit, der frherer Generationen eben, so die vorherrschende Meinung. Grafik: BLZ/Sabine Hecher, Quelle:  DeZIM Institut, 2020. Allerdings fallen auch Dnen, Englnder und andere Europer in die Kategorie mit Migrationshintergrund. Unter Migranten existiert dieser Zusammenhang nicht so, vielleicht weil es den Zweite-Klasse-Diskurs nicht so gibt.

Noch weniger befrworten eine Migranten", 28 Prozent. Michael Hartmanndpa, michael Hartmann ist ein deutscher Soziologe und emeritierter Professor der TU Darmstadt mit dem Schwerpunkt Elitenforschung. Die Mehrheit der Befragten sieht keinen dringenden Handlungsbedarf, eine" fr Ostdeutsche oder Migranten wird mehrheitlich abgelehnt. Und das betrifft nicht nur die klassischen Millionrsbereiche wie die Elbchaussee in Hamburg oder Knigstein im Taunus, sondern groe Teile der Innenstdte in den Ballungszentren, die fr einen Normalverdiener schlicht und einfach verschlossen werden. Auch wenn die Befragten die mangelnde Reprsentanz als Problem wahrnehmen, scheint es keines zu sein, das ihnen besonders dringlich erscheint. Bei der Einschtzung der Frage, wie problematisch der geringe Anteil an den Eliten ist, wurden verschiedene Hypothesen vorgelegt. Es sei die erste reprsentative Befragung zu gesellschaftlicher Vielfalt, sagte einer der Studienleiter, der Politologe Lars Vogel von der Uni Leipzig, bei der Prsentation am Montag. Im Idealfall wrde die Zusammensetzung der Elite ja der sozialen Zusammensetzung der Bevlkerung entsprechen. Spter kommen dann noch weitere Selektionsmechanismen hinzu.

Es gibt keine Anzeichen dafr, dass Ostdeutsche von selbst in die Elite hineinwachsen, sagt Studienleiter Vogel. Wie entstehen Eliten, wie sehen die Rekrutierungswege und Karrierepfade aus, welche Wertorientierungen, politischen Einstellungen und Kommunikationsmuster dominieren innerhalb der Fhrungsschichten? PDF-Version:.789 KB "Unsere Gesellschaft braucht Eliten hatte Bundeskanzler Gerhard Schrder zu Beginn seiner Amtszeit erklrt und im Januar 2004 durch den Ruf nach Elite-Universitten bekrftigt. Ein derartiges Verhalten wird von der breiten ffentlichkeit berwiegend als Doppelmoral wahrgenommen. Offensichtlich fehlt ihnen ein Unrechtsbewusstsein, ein Gefhl dafr, was sie tatschlich getan haben. Diese Erfahrung hat sich dann in ihrer eigenen Berufskarriere bruchlos fortgesetzt. Der Befund sei hochgradig politisch brisant. Whrend die Wirtschaftselite schon immer ein exklusiver Kreis war, stammten bei der politischen Elite seit 1949 knapp zwei Drittel aus der breiten Bevlkerung und ein gutes Drittel aus den oberen vier Prozent. In der Wirtschaft sind Menschen mit auslndischen Wurzeln (13,8 Prozent) fast dreimal so hufig vertreten wie Ostdeutsche (4,7 Prozent).

Damit wird diese untere Hlfte de facto schon im Bildungssystem ausgesondert. Die Elite in Deutschland bekennt sich einheitlich zur Einwanderung und zur strkeren ffnung der nationalen Grenzen. Gleichzeitig ist aber auch eine eindeutige Mehrheit von mehr als zwei zu eins der Meinung, dass persnliche Fhigkeiten und Bildung bestimmen, was man im Leben erreicht. Whrend die Grobrgerkinder, also jene, deren Familien zu den oberen fnf Promille der Gesellschaft zhlen, mit einer eindeutigen Mehrheit von gut zwei zu eins die Unterschiede fr gerecht halten, ist es bei den Arbeiterkindern genau umgekehrt. Das hat dann auch Konsequenzen fr die Schulstrukturen, die ja an die Wohnquartiere gebunden sind. Das ist von Sektor zu Sektor unterschiedlich und hngt entscheidend davon ab, wie die Rekrutierungsmechanismen verlaufen. Sein Kollege von der Hochschule Zittau/Grlitz, Kollmorgen, sieht eher, dass das Problem sich auswachsen oder verndern wird: In 20 Jahren wird es schwierig werden, von Ost und West zu reden, weil sich die Bevlkerung so sehr mischt. Die Debatte darber ist in vollem Gange. Kann man also ohne elitren Hintergrund in Deutschland berhaupt noch zur Elite aufsteigen?

Die Antworten, die man darauf bekommt, hngen erwartungsgem auch davon ab, wie man die Fragen stellt. Die in Templin gro gewordene Kanzlerin Angela Merkel (CDU) berdeckte eher das Problem, als dass sie es lste. Seine Einstellung ist typisch fr die meisten prominenten Steuerhinterzieher, die in den vergangenen Jahren und Monaten aufgeflogen sind. Damit zhlte es zu den 100 grten Konzernen Deutschlands. Wie stark sich die Einstellungen der deutschen Eliten von denen der brigen Bevlkerung unterscheiden, zeigen die Ergebnisse einer zwischen Ende 2011 und Ende 2012 vorgenommenen Untersuchung ber die Inhaber der.000 wichtigsten Elitepositionen in Deutschland. Wer in Ballungszentren eine Immobilie kaufen will, muss viel Geld haben. Das kann man querbeet durch alle Parteien sehen. So stilisierte sich der Erbe, langjhrige Vorstands- und jetzige Aufsichtsratsvorsitzende des Otto-Konzerns, Michael Otto, in einem vom "Manager Magazin" im November 2011 gefhrten Gesprch mit dem Schauspieler Kevin Costner zum Selfmademan, der "ein mittelstndisches Unternehmen zu einer groen Unternehmensgruppe weiterentwickelt" habe.

Je reicher jemand aufgewachsen ist, desto entschiedener ist er gegen Steuern auf hhere Einkommen und Vermgen und umso unproblematischer empfindet er soziale Ungerechtigkeit. Frher war das eine traditionelle Aufsteigerpartei, in der auch Arbeiter in Spitzenpositionen kommen konnten. Zu seiner Entschuldigung fhrte Sommer an, er habe die korrekte Angabe seiner Einnahmen "aus Schusseligkeit oder Schlamperei" versumt und die Summe inzwischen "unter Inkaufnahme groer Opfer" fr seine Altersversorgung und die seiner Frau an das Finanzamt berwiesen. Diese Einstellung trennt sie von der brigen Bevlkerung, die sehr heterogen zu diesen Themen steht. Michael Hartmann, was hat sich in den vergangenen Jahren verndert? Dazu wurden in einem weiteren Schritt im vergangenen Jahr 1800 Menschen zu ihren Wahrnehmungen und ihrem Problembewusstsein befragt.

Jene Eliteangehrigen, die schon ihre Kindheit und Jugend unter privilegierten Bedingungen verbracht haben, die Brger- und vor allem die Grobrgerkinder, sind mit groer Mehrheit fest davon berzeugt, dass die sozialen Unterschiede hierzulande gerechtfertigt sind; ihrer Meinung nach beruhen diese Unterschiede im Wesentlichen auf unterschiedlichen Leistungen. Diese Einstellung fhrt manchmal zu etwas kuriosen Aussagen. Dass sie auch eine Rolle spielen, deutet der Soziologe Raj Kollmorgen von der Hochschule Zittau/Grlitz an: In Sektoren wie Wissenschaft oder Kultur ist die soziale Herkunft prgender. Aber: Elite bedeutet keinen Reichtum das deckt sich in der Wirtschaft zwar hufig und auch nicht ffentliches Ansehen. Und er fuhr dann fort: "Von einem Steuergeheimnis kann ja schon lange nicht die Rede sein." Dabei verga er allerdings zu erwhnen, dass sich das Steuergeheimnis naturgem nicht auf Gelder beziehen kann, die wie seine in der Schweiz angelegten Millionen. Aber auch Akademiker ganz allgemein denken anders, reden anders und haben andere Interessen und Schwerpunkte als der Rest der Bevlkerung. Je nach Sektor ergeben sich groe Unterschiede: In der Politik sind Ostdeutsche mit 19 Prozent Anteil an den Spitzenpositionen gem ihrem Bevlkerungsanteil gut vertreten auch wenn bei dieser Umfrage nur die Bundespolitik bercksichtigt wurde.

Das hat sich im letzten Jahrzehnt komplett gendert. Er, der nach der Bankenkrise ffentlich immer wieder vehement einen Kulturwandel in den Banken gefordert hat, hat gleichzeitig, um Steuern zu sparen, eine ber vier Millionen Euro teure Luxusimmobilie in London ber Briefkastenfirmen in der Karibik erworben. Wir haben unter Parteimitgliedern mittlerweile einen Akademisierungsgrad von fast 40 Prozent und unter Bundestagsabgeordneten von fast 90 Prozent. Den von ihm ffentlich angemahnten Kulturwandel hat er offensichtlich nicht auf sich selbst bezogen. Sie untersuchten die Einstellungen von 354 deutschen Spitzenkrften aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Militr und Kirche zu Einwanderungsfragen, internationalem Handel, Entwicklungshilfe und supranationalen politischen Institutionen und setzten sie in Bezug zu den Einstellungen der Brger zu diesen Themen. Am besten sieht man das an der SPD. Das ist aber bei weitem nicht der Fall.

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